Sie dachte, es sei nur die Fantasie eines Kindes – bis die Nacht das Gegenteil bewies

Sie dachte, es sei nur die Fantasie eines Kindes – bis die Nacht das Gegenteil bewies

Sie dachte, es sei nur die Fantasie eines Kindes – bis die Nacht das Gegenteil bewies

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Ich schob die Tür auf. Mein Herz schlug so laut, dass ich sicher war, wer auch immer – oder was auch immer – im Zimmer war, konnte es hören.

Der Raum war nur vom sanften Schein des Nachtlichts erhellt. Mein Sohn saß aufrecht im Bett, umklammerte seine Decke und starrte in die Ecke.

„Mama…“, flüsterte er und zeigte hin.

Zuerst sah ich nichts. Nur Schatten. Den Spielzeugkasten, den Stuhl, den Haufen Kleidung, den ich schon seit Tagen zusammenlegen wollte. Ich wollte schon erleichtert lachen.

Dann bewegte sich der Stuhl.

Nicht nur ein Knarren. Er rutschte – nur ein kleines Stück – über den Boden.

Ich erstarrte.

„Hast du ihn gesehen?“, fragte mein Sohn leise.

Eine kalte Welle überlief mich. „Wen denn, Schatz?“

„Den großen Mann“, sagte er. „Der kommt, wenn du schläfst.“

Ich zwang mich, weiter in den Raum zu gehen, obwohl jeder Instinkt mir zuschrie, wegzulaufen. „Hier ist niemand“, sagte ich, doch meine Stimme zitterte.

Da hörte ich es.

Einen langsamen, bewussten Atemzug.

Nicht meinen. Nicht den meines Sohnes.

Hinter mir.

Ich fuhr herum – doch da war nichts. Nur die offene Tür und der dunkle Flur dahinter. Dennoch fühlte sich die Luft… voll an. Schwer. Als stünde jemand nur wenige Zentimeter entfernt.

Mein Sohn zog plötzlich die Decke über den Kopf. „Er mag es nicht, wenn du ihn anschaust“, murmelte er.

Ein Schauer lief mir über den Rücken. „Warum hast du mir das nicht früher gesagt?“

„Ich hab’s versucht“, antwortete er. „Du hast gesagt, das gibt’s nicht.“

Das Zimmer wurde still.

Dann, direkt neben meinem Ohr, so nah, dass ich die Wärme spürte –

Ein Flüstern.

„Jetzt weiß sie es.“

Ich packte meinen Sohn und rannte.