“SIE SIND WEGEN HOCHVERRAT FESTGENOMMEN!” riefen die Bundesagenten, als sie in die militärische Gala marschierten und direkt auf mich zukamen. Ein Raunen ging durch den Ballsaal. Mein Vater hob langsam sein Champagnerglas, grinste hämisch und sagte laut genug, damit es jeder hören konnte: “Ich war derjenige, der sie gemeldet hat. Sie hat endlich bekommen, was sie verdient.” Kameras drehten sich zu mir, als zwei Beamte nach meinen Armen griffen. Ich leistete keinen Widerstand. Ich wartete einfach. Dann trat ein Vier-Sterne-Admiral vor, stoppte die Agenten mit einem einzigen Befehl, sah meinen Vater an und sagte:
“Sie ist nicht die Verdächtige… sie ist die leitende Offizierin dieser Ermittlung.”
Die Pracht des Ballsaals erstarrte augenblicklich. Das laute Tuscheln verstummte und wich einer atemberaubenden, spannungsgeladenen Stille.
Das triumphierende Lächeln auf dem Gesicht meines Vaters erlosch. Das Champagnerglas in seiner Hand verharrte mitten in der Luft. Ein paar Tropfen schwappten über und fielen mit einem leisen Klacken auf den Marmorboden. Sein Gesicht verlor jede Farbe und wurde aschfahl.
“Admiral… gibt es hier kein Missverständnis?” Seine Stimme zitterte, während er versuchte, seine Würde zu retten. “Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sie Geheimdokumente kopiert hat. Sie ist die Verräterin!”
Der Vier-Sterne-Admiral würdigte ihn keines Blickes. Er trat vor mich, stand stramm und salutierte exakt. Ich lächelte leicht und erwiderte den militärischen Gruß.
“Bericht an den Admiral: Die Operation ‘Phantombild’ ist abgeschlossen”, sagte ich mit fester Stimme, die durch den Saal hallte. “Die Person, die Dokumente an das Ausland verkauft und Beweise gefälscht hat, um die Schuld auf mich zu schieben… steht genau dort.”
Ich drehte mich zu den Bundesagenten um und zeigte auf meinen Vater: “Nehmen Sie ihn fest.”
Die Agenten zögerten kurz. Doch der Befehl des Admirals war eindeutig. Die Handschellen klickten laut und metallisch. Die Kameras der Medien blitzten nun nicht mehr vor meinem Gesicht, sondern fingen das panische und fassungslose Gesicht meines Vaters ein. Er hatte nicht geahnt, dass seine eigene Falle ihn zu Fall bringen würde.


