Die 5 EKELHAFTESTEN Jobs im Mittelalter (Nummer 1 ist verstörend)

Die 5 EKELHAFTESTEN Jobs im Mittelalter (Nummer 1 ist verstörend)

Das Mittelalter wird in der kollektiven Erinnerung oft von glänzenden Rüstungen, edlen Rittern und gewaltigen Kathedralen dominiert. Doch abseits der höfischen Feste und epischen Schlachten existierte eine unerbittliche Realität. Das Fundament der mittelalterlichen Gesellschaft ruhte nicht nur auf dem Lehenswesen und der Religion, sondern auf dem Rücken jener, die gezwungen waren, die niederträchtigsten und ekelhaftesten Aufgaben zu übernehmen.

In den engen Gassen von Paris, London oder Köln herrschte ein permanenter Kampf gegen Verfall und Unrat. Ohne moderne Kanalisation und Keimtheorie verrichteten diese Menschen Tätigkeiten, die für das Überleben der Städte unerlässlich waren – auch wenn es für sie gesellschaftliche Ächtung und physisches Siechtum bedeutete.

Dies sind die 5 Arbeitsfelder, die das Mittelalter am Laufen hielten und deren bloße Beschreibung noch heute für Beklemmung sorgt.

An fünfter Stelle steht ein Berufsstand, der paradoxerweise für den Glanz ganzer Nationen verantwortlich war. Wolle war das Erdöl des Mittelalters, und der Handel mit feinen Stoffen machte Städte wie Florenz oder Brügge reich. Doch bevor ein edles Gewand den Körper eines Herzogs schmücken konnte, musste der rohe Wollstoff gereinigt und verdichtet werden.

In einer Zeit ohne chemische Waschmittel gab es nur eine Substanz, die reichlich vorhanden und chemisch potent genug war, um das Fett aus der Wolle zu lösen: abgestandener menschlicher Urin.

Das darin enthaltene Ammoniak diente als bleichendes und reinigendes Agenz. Die Tuchwalker verbrachten ihre Tage bis zu den Knien in großen Holzbotten, gefüllt mit Wasser, Tonerde und Unmengen an gesammeltem Urin. Stunde um Stunde traten sie den Stoff mit den bloßen Füßen:

  • Der Gestank: Eine beißende Ammoniakwolke brannte in den Augen und setzte sich dauerhaft in Haut und Kleidung fest. Man konnte Walker riechen, lange bevor man sie sah.

  • Die Gesundheit: Der ständige Kontakt mit den Ausscheidungen führte zu chronischen Hautausschlägen, Infektionen und Atemwegserkrankungen.

Es ist die Ironie der Geschichte: Der purpurne Samt der Könige und der Reichtum der Medici hatten ihren Ursprung im Urin der Untertanen.

Die Medizin des Mittelalters basierte auf der Viersäftelehre. Die universelle Antwort auf fast jedes Leiden – von Kopfschmerzen bis zur Pest – war der Aderlass. Das präziseste Instrument dafür lieferte die Natur: der medizinische Blutegel.

Da das Netzfischen in trüben Tümpeln ineffektiv war, wendeten die Sammler (häufig verarmte Frauen) die einzige verlässliche Methode an: Sie benutzten ihren eigenen Körper als Köder.

Sie wateten stundenlang mit hochgekrempelten Röcken durch das kalte, schlammige Wasser der Moore und warteten regungslos, bis sich die Parasiten an ihren Beinen festgesaugt hatten. Erst wenn die Egel sich vollgesaugt hatten, wurden sie geerntet.

Der Preis war extrem hoch: Der gerinnungshemmende Speichel der Tiere ließ die Wunden noch stundenlang nachbluten. Ständiger Blutverlust führte zu chronischer Blutarmut, Schwindel und Schwäche. Zudem wimmelte es im Moorwasser von Bakterien – Wundbrand und tödliches Fieber waren ständige Begleiter. Es war ein verzweifelter Tauschhandel: Blut gegen Brot.

In den übervölkerten Städten sammelten sich die Exkremente in Sickergruben und unter Abtritterkern. Wenn diese Gruben nach Jahren randvoll waren, schlug die Stunde des Gongfermers (auch Abtrittanbieter oder Nachtmann genannt).

Da der Anblick und Gestank den Bürgern tagsüber nicht zuzumuten war, durften diese Männer nur im Schutz der Dunkelheit arbeiten – zwischen 21:00 Uhr abends und 05:00 Uhr morgens.

Die Gongfermer mussten physisch in die engen, gemauerten Gruben hinabsteigen, die oft bis zu den Schultern mit Fäkalien gefüllt waren. Mit Eimern und Schaufeln beförderten sie die Masse nach oben auf Karren. Die Arbeit war lebensgefährlich: In den Gruben sammelten sich Faulgase wie Schwefelwasserstoff und Methan. Es ist belegt, dass Arbeiter in den Gruben das Bewusstsein verloren und in den Exkrementen erstickten. Ein einziger Funke einer Fackel konnte zudem Explosionen auslösen.

Obwohl sie verhinderten, dass die Städte im eigenen Dreck erstickten, lebten Gongfermer isoliert in eigenen Vierteln – gemieden von der Gesellschaft, die ihre Dienste benötigte.

Studierte Universitätsärzte theoretisierten lieber über Sterne und Urin, verweigerten aber chirurgische Eingriffe – das galt als unrein. Schneiden, Sägen und Brennen überließen sie den Badern.

Ein Besuch beim Bader war oft eine Mischung aus Wellness und Folterkammer. Neben dem Haareschneiden war der Bader zuständig für das Ziehen von Zähnen, das Öffnen von Pestbeulen und die Amputation von Gliedmaßen.

Da es keine Narkose gab (höchstens wirkungsschwache Kräuterschwämme oder Alkohol), erfolgten Amputationen bei vollem Bewusstsein des Patienten. Mit dem Krummmesser wurde das Fleisch durchtrennt, bevor die Knochensäge ansetzte. Das Schreien der Patienten, das Spritzen des Blutes und der beißende Geruch von verbranntem Fleisch – wenn die Stumpfwunde mit glühendem Eisen ausgebrannt wurde, um die Blutung zu stoppen – gehörten zum Arbeitsalltag. Sie standen täglich bis zu den Ellbogen in Eiter und Blut.

Der verstörendste aller Berufe vereinte die Hinrichtung von Menschen mit dem Beseitigen von Tierkadavern. Da Hinrichtungen allein keine Familie ernähren konnten, war das Amt des Scharfstrichters untrennbar mit der Arbeit des Abdeckers (Schinders) verbunden.

Fiel ein Tier durch Krankheit oder Alter um, durfte es von ehrbaren Christen nicht berührt werden. Der Abdecker schleifte die aufgeblähten, von Maden zerfressenen Kadaver von Pferden und Rindern auf den Schindanger vor den Toren der Stadt. Dort verwertete er sie:

  • Er zog ihnen die Haut ab (Ledergewinnung).

  • Er kochte das Fett aus den Knochen für Seife und Salben.

  • Er verarbeitete Reste zu Leim.

Der Verwesungsgeruch vermischte sich mit dem Qualm der Siedekessel über der Schindhütte. Abdecker galten als „unehrlich“. Sie mussten isoliert leben, durften in der Kirche nicht bei anderen sitzen und ihre Kinder durften nur untereinander heiraten. Betrat ein Abdecker ein Wirtshaus, zerschlugen die Gäste danach oft seinen Krug.

Das Verstörendste daran: Derselbe Mann, der morgens bis zu den Schultern im verrottenden Fleisch eines Pferdes steckte, führte nachmittags Folterungen und Hinrichtungen an Menschen durch. Er kannte die Anatomie des Schmerzes perfekt, wusste, wie man Gelenke auskugelte, und entsorgte die menschlichen Überreste oft auf demselben Schindanger neben den verwestem Vieh.

Er war der Sündenbock der Gesellschaft – derjenige, der das Unreine auf sich nahm, damit die Bürger sich rein und fromm fühlen konnten.

Die Pracht der Kathedralen und der höfische Glanz waren im Mittelalter nur möglich, weil Menschen im Schatten die Drecksarbeit verrichteten. Der Tuchwalker, der Blutegelsammler, der Gongfermer, der Bader und der Abdecker zahlten einen furchtbaren physischen und seelischen Preis. Ohne ihre Arbeit wären die Städte im Unrat versunken, Seuchen hätten noch wütender getobt und die Wirtschaft wäre kollabiert.