Mein Enkel, der von zu Hause weggelaufen sein sollte, wurde angekettet im Haus meines Sohnes

Mein Enkel, der von zu Hause weggelaufen sein sollte, wurde angekettet im Haus meines Sohnes

Der 10-jährige Ron galt bei seiner Großmutter als vermisst, war angeblich von zu Hause weggelaufen. Am Donnerstagmorgen entdeckte die 68-jährige Gerda K. ihren Enkel jedoch angekettet in der Abstellkammer des Hauses ihres Sohnes Simon.

Der Fundort war eine kleine Rumpelkammer neben der Küche, die Türe verriegelt und durch eine schwere Holztrennwand zusätzlich versperrt. Die alte Dame war nach eigenen Angaben voller Sorge zu dem Haus gefahren, nachdem ihr Sohn ihr mehrfach ausweichende Antworten auf ihre Fragen nach dem Verbleib des Jungen gegeben hatte. Sie habe einfach ein ungutes Gefühl gehabt, sagte sie der Polizei später.

Als sie die Tür öffnete, bot sich ihr ein Bild des Schreckens: Der zehnjährige Ron kauerte auf dem Boden und war mit einer Metallkette an der Wand fixiert.

Doch die schockierende Entdeckung war noch nicht das Ende. Aufgeregt und unter Tränen flehte der Junge seine Großmutter an, ihm zu helfen. Er deutete mit dem Kinn auf eine Bodenluke in der Ecke.

Die Frau zögerte zunächst, denn ihr Sohn hatte ihr erzählt, seine Frau Lilli sei vor einer Woche verstorben und bereits beerdigt worden. Die angebliche Trauerfeier fand angeblich nur im engsten Familienkreis statt. Der Junge aber bestand darauf: Mama sei hier, er habe sie gesehen.

Mit zitternden Händen öffnete Gerda K. die verschlossene Klappe im Boden. Was sie darin fand, ließ sie vor Entsetzen erstarren.

Dort lag Lilli, die Schwiegertochter, mit Klebeband gefesselt, der Mund mit einem Tuch geknebelt. Ihr Körper war bereits vertrocknet und leblos.

Die 36-jährige Mutter war offenbar über mehrere Tage in dem engen Verlies gefangen gewesen. Sie hatte weder essen noch trinken können. Der Zustand ihres Körpers deutet darauf hin, dass sie tagelang ohne Nahrung ausharren musste.

Die sofort alarmierten Rettungskräfte trafen gegen 9 Uhr am Tatort ein und befreiten den Jungen aus seinen Fesseln. Gleichzeitig wurde die Mutter in ein Krankenhaus gebracht, wo sie notdürftig versorgt wird. Die Ärzte kämpfen um ihr Leben, denn sie war extrem dehydriert und in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Das medizinische Team spricht von einem Wunder, dass sie überhaupt noch am Leben ist.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei förderten ein düsteres Familiengeheimnis zutage. Der 34-jährige Simon K. , der Vater des Jungen und Ehemann von Lilli, wurde am Freitagmorgen vorläufig festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag, Freiheitsberaubung und schwere Körperverletzung vor. Er soll seine Frau in dem Kellerverlies eingesperrt haben, nachdem sie seine geheimen Unterschlagungen entlarvt hatte. Die Buchhaltung des Unternehmens, in dem Simon arbeitete, hatte Unregelmäßigkeiten bemerkt, und Lilli soll ihn zur Rede gestellt haben.

Daraufhin eskalierte die Situation, und der 34-Jährige fesselte seine Frau und hielt sie über mehrere Tage in dem Versteck unter dem Boden gefangen.

Mehr noch: Die Polizei fand in dem Haus auch Spuren, die auf eine monatelange Planung hindeuten. Die Ermittler stießen auf ein Sparbuch mit Überweisungen in Höhe von insgesamt 30. 000 US-Dollar, die Simon von seinem Arbeitgeber unterschlagen haben soll.

Das Geld floss offenbar an eine Geliebte, mit der er eine Affäre hatte. Die Firma hatte bereits vor dem Vorfall Ermittlungen gegen den Angestellten eingeleitet. Der Buchhaltungsleiter des Unternehmens, Olli, der am Donnerstag am Tatort eintraf, bestätigte, dass Simon K.

wegen Veruntreuung von Firmengeldern fristlos entlassen worden sei. „Er hat das Vertrauen des Unternehmens schwer missbraucht“, sagte Olli der Polizei.

Der zehnjährige Ron war nicht nur Zeuge des Verbrechens, sondern auch selbst zum Opfer geworden. Der Junge berichtete seiner Großmutter und später den Beamten, dass er nach seiner Rückkehr von einem Ferienlager von seinem Vater die falsche Nachricht erhalten habe: Mama sei gestorben. Als er die Wahrheit herausfand und nach seiner Mutter rief, habe Simon ihn mit Gewalt in den Keller gezerrt und angekettet.

Um ihn zum Schweigen zu bringen, erzählte der Vater dem Kind, dass die Polizei ihn für die Tat verdächtigen würde, wenn er nicht still sei. „Er muss schreckliche Angst gehabt haben“, sagte Gerda K. unter Tränen.

Der Junge versteckte sich daraufhin angstvoll in seinem Zimmer, als die Großmutter am Tag nach ihrer Rückkehr von der Kreuzfahrt zu Besuch kam.

Die Großmutter war vor zwei Wochen von einer zweiwöchigen Kreuzfahrt zurückgekehrt, die ihr Sohn Simon ihr geschenkt hatte. In dieser Zeit war das 𝒹𝓇𝒶𝓂𝒶 eskaliert. Simon hatte die Reise angeblich arrangiert, um seine Mutter aufzuheitern, nachdem ihr Mann gestorben war.

In Wirklichkeit war es eine kalkulierte Täuschung, um die alte Dame aus dem Weg zu haben. Wenige Tage nach ihrer Abreise verschlechterte sich der Zustand von Lilli, die zuvor noch versucht hatte, ihren Mann zu erreichen, um ihn auf die Unterschlagungen hinzuweisen. Die 36-Jährige sei dann von ihrem Mann überwältigt und in dem Verlies eingesperrt worden.

Die Rettung des Jungen und seiner Mutter kam buchstäblich in letzter Minute. Die Großmutter war auf eigene Faust zur Polizei gegangen, als sie bemerkte, dass ihr Sohn keine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte. Der Beamte am Schalter überprüfte den Status und teilte ihr mit, dass kein Suchantrag gestellt worden sei.

„Ich war fassungslos“, sagte die 68-Jährige. „In diesem Moment wusste ich, dass mein Sohn etwas zu verbergen hat. “ Mit ihrem Zweitschlüssel betrat sie das Haus, als niemand öffnete, und entdeckte die grausame Wahrheit.

Die Ärzte im Krankenhaus gaben am Freitag bekannt, dass Lilli K. zwar immer noch in kritischem Zustand sei, aber Stabilisierungstendenzen zeige. Die 36-Jährige habe mehrfach operiert werden müssen, habe sich aber in den letzten Stunden leicht erholt.

„Sie hat noch einen langen Weg vor sich, aber der schlimmste Teil ist vorbei“, sagte der behandelnde Arzt. Die Polizei hofft, dass Lilli bald vernehmungsfähig ist, um ihre Aussage zu machen. Die Beamten sicherten am Tatort zahlreiche Beweise, darunter die Kette, den Kellerraum und das Klebeband.

Der Ehemann und Vater Simon K. sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr beantragt.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Beamten durchsuchen derzeit das Haus nach weiteren Beweisen, darunter mögliche Tatwaffen und Unterlagen über die Finanzen. Der Anwalt von Simon K.

äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Ein Gutachter soll die psychische Verfassung des 34-Jährigen prüfen, der nach ersten Angaben mit seiner Tat den Tod seiner Frau in Kauf genommen haben soll.

Die Nachbarschaft in dem ruhigen Vorort ist schockiert. Die Familie galt als unauffällig, Simon arbeitete als Buchhalter und war beruflich viel unterwegs. Lilli war Hausfrau und kümmerte sich um den Sohn.

Keiner habe die schrecklichen Vorgänge hinter den verschlossenen Türen geahnt. „Sie waren immer freundlich und zuvorkommend“, sagte ein Nachbar der Polizei. „Niemand hätte so etwas für möglich gehalten.

“ Die Schulleitung von Ron, der die vierte Klasse besuchte, zeigte sich tief betroffen. Der Junge wird nun von seiner Großmutter betreut und psychologisch begleitet.

Die Großmutter selbst hat angekündigt, gegen ihren Sohn auszusagen und sich für die gerechte Bestrafung einzusetzen. „Ich werde dafür sorgen, dass er für das, was er getan hat, bezahlt“, sagte sie mit Nachdruck. Sie hoffe, dass ihr Enkel und ihre Schwiegertochter eines Tages wieder ein normales Leben führen können.

Die Polizei warnt jedoch, dass der Fall noch lange nicht abgeschlossen sei. Die Ermittler arbeiten mit Hochdruck daran, alle Details der versuchten Tötung sowie der Freiheitsberaubung aufzuklären. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, das Urteil mit aller Härte des Gesetzes zu verfolgen.