Hans Moser: Gnadengesuch an Hitler, sang für Goebbels — „Er weinte um sie” – Wahrheit über seine Frau

Hans Moser: Gnadengesuch an Hitler, sang für Goebbels — „Er weinte um sie" - Wahrheit über seine Frau

Im Sommer 1938, in einer eleganten Villa in Wien, verfasste der berühmte Komiker Hans Moser einen bewegenden Brief – nicht an einen Freund, sondern an Adolf Hitler. Inmitten des aufkommenden Schreckens des Nationalsozialismus kämpfte Moser verzweifelt um das Leben seiner Frau Blanca, die als Jüdin verfolgt wurde.

Hans Moser, bekannt für sein unverwechselbares Genuschel, hatte in seiner Karriere 150 Filme gedreht und Millionen zum Lachen gebracht. Doch am 24. Oktober 1938 war er nicht auf der Bühne, sondern schrieb ein Gnadengesuch, um seine Frau vor der drohenden Gefahr zu schützen.

Blanca, geborene Hirschler, war nach den Nürnberger Gesetzen als Volljüdin klassifiziert worden, was ihre Freiheit und ihr Leben in akute Gefahr brachte.

Während sein Kollege Heinz Rühmann sich von seiner jüdischen Frau trennte, weigerte sich Moser, Blanca aufzugeben. Stattdessen wandte er sich an die Machthaber, sang für den Propagandaminister Joseph Göbbels und bat Hitler um Gnade für seine Frau. Diese erniedrigende Situation zeigt die verzweifelte Lage, in der sich der beliebteste Komiker Österreichs befand.

Blanca erhielt schließlich den Status einer Ehrenarierin, doch der Schein schützte sie nicht vor der Realität. Im Sommer 1939 wurde die Lage für sie unerträglich, und sie floh nach Budapest, während Hans Moser in Wien zurückblieb. In der Öffentlichkeit war er der fröhliche Komiker, doch hinter den Kulissen kämpfte er mit seiner Traurigkeit und den Ängsten, die ihn seit seiner Kindheit begleiteten.

Trotz seines Erfolgs in der Filmindustrie, der ihm half, Geld für Blanca zu verdienen, war Moser innerlich gebrochen. Er drehte Filme, um seiner Frau zu helfen, während sie in Budapest um ihr Leben kämpfte. Die Tragik seiner Geschichte wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass die Liebe und Abhängigkeit von Blanca ihn dazu brachten, gegen das Regime zu kämpfen, während er gleichzeitig in seiner Ehe mit Ängsten und Geheimnissen lebte.

Nach dem Krieg kehrten sie zurück, doch die Wunden blieben. Blanca war verändert, und Moser, der einst so lebendig war, wurde stiller. Die Ehe, die den Krieg überstanden hatte, war von Narben geprägt, die niemand sah.

Moser arbeitete weiter, nicht aus Freude, sondern aus der Angst heraus, dass die Gedanken an die Vergangenheit ihn übermannen könnten.

Als Hans Moser 1964 starb, kamen über 5000 Menschen zu seiner Beerdigung, doch seine Tochter Margarete erfuhr erst Tage später von seinem Tod. Ein Geheimnis, das die Familie jahrzehntelang verborgen hielt, kam ans Licht: Margarete hatte eine Affäre mit einem Mann, der einst mit Blanca verbunden war. Diese Enthüllung führte zu einem erbitterten Erbschaftsstreit, der die Familie weiter entzweit.

Heute erinnert eine Gedenktafel an die Villa, in der Moser lebte und kämpfte. Hans und Blanca Moser ruhen nebeneinander auf dem Wiener Zentralfriedhof, während Margarete 12. 000 Kilometer entfernt in Buenos Aires begraben liegt.

Ihre Geschichte wirft Fragen auf über Liebe, Loyalität und die Geheimnisse, die Familien oft miteinander teilen. Was bleibt von einer so komplexen Beziehung, wenn die Vorhänge fallen?