Auftragsmord aus Habgier: Der brutale Tod der Carol Thompson und der Verrat ihres Mannes

Auftragsmord aus Habgier: Der brutale Tod der Carol Thompson und der Verrat ihres Mannes

**Auftragsmord aus Habgier: Der brutale Tod der Carol Thompson und der Verrat ihres Mannes**

St. Paul, Minnesota, 6. März 1963. In einem ruhigen, gehobenen Viertel namens Highland Park wird das scheinbar perfekte Leben einer jungen Familie zerstört. Die 34-jährige Carol Thompson, Mutter von vier Kindern im Alter zwischen sechs und dreizehn Jahren, wird an diesem Morgen in ihrem eigenen Haus brutal überfallen. Sie kämpft verzweifelt um ihr Leben, schleppt sich schwer verletzt zu Nachbarn und stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus. Was zunächst nach einem missglückten Einbruch aussieht, entpuppt sich als kalt geplanter Auftragsmord – angezettelt von dem Menschen, der ihr am nächsten stehen sollte: ihrem Ehemann.

Carol Thompson war die klassische Vorzeige-Ehefrau der frühen 1960er Jahre: attraktiv, gebildet, engagiert in Kirche und Gemeinde, eine liebevolle Mutter und Gastgeberin. Ihr Mann Eugene „Cotton“ Thompson, erfolgreicher Anwalt mit politischen Ambitionen, galt als aufstrebender Stern. Nach außen verkörperten die Thomsons das amerikanische Ideal: ein schönes Haus, gesunde Kinder, gesellschaftliches Ansehen. Hinter der Fassade jedoch brodelte es. Eugene hatte eine langjährige Affäre mit Jackie Oleson, die er sogar in seiner Kanzlei beschäftigte. Carol wusste davon und litt darunter. Gleichzeitig hatte Eugene in den Monaten vor der Tat mehrere hohe Lebensversicherungen auf das Leben seiner Frau abgeschlossen – insgesamt über eine Million Dollar, was heute mehreren Millionen entspricht.

Murder of Carol Thompson | MNopedia

Am Morgen des Verbrechens verließ Eugene das Haus früher als sonst. Kurz darauf rief er Carol an. Während des Gesprächs schlich sich der 35-jährige Dick Anderson, ein vorbestrafter Ex-Soldat, ins Haus. Der Plan war perfide: Carol sollte in der Badewanne ertränkt werden, damit es wie ein Unfall aussah. Doch sie wehrte sich mit unglaublicher Willenskraft. Anderson schlug sie nieder, versuchte sie zu erschießen – die Pistole klemmte. Er prügelte mit der Waffe auf sie ein, bis der Griff zerbrach, holte ein Messer aus der Küche und stach mehrfach auf sie ein. Die Klinge brach in ihrem Hals ab. Überzeugt, sie sei tot, wollte er Spuren eines Einbruchs legen. Doch Carol lebte noch. Schwer verletzt schleppte sie sich barfuß und blutüberströmt aus dem Haus zu Nachbarn. „Ein Mann hat es getan“, waren ihre letzten Worte, bevor sie im Krankenhaus starb.

1963 Lawyer T. Eugene Thompson & wife Carol, Minnesota – Historic Images

Die Ermittlungen führten zunächst ins Leere. Erst als ein Kleinkrimineller die Tatwaffe verriet, kam Bewegung in den Fall. Die Spur führte zu Norman Mastrian, einem Bekannten Eugenes, und schließlich zu Dick Anderson selbst. Anderson gestand: Er war von Mastrian für 4.000 Dollar angeheuert worden, um den Mord wie einen Unfall aussehen zu lassen. Auftraggeber war Eugene Thompson, der seine Frau aus dem Weg räumen wollte, um mit der Versicherungssumme und seiner Geliebten neu anzufangen.

Carol Thompson Obituary (1947 - 2025) - Warner Robins, GA - The Telegraph

Der Prozess wurde zum Jahrhundertfall in Minnesota. Die Öffentlichkeit war schockiert über den Verrat in einer scheinbar mustergültigen Familie. Eugene Thompson, Norman Mastrian und Dick Anderson wurden wegen Mordes ersten Grades zu lebenslanger Haft verurteilt. Eugene verbüßte 20 Jahre, wurde 1983 entlassen und starb 2015. Bis zuletzt beteuerte er seine Unschuld. Seine Kinder wuchsen bei den Großeltern auf – ohne Mutter und mit einem Vater, der sie verraten hatte.

Der Mord an Carol Thompson enthüllte die dunklen Abgründe hinter der Fassade der amerikanischen Mittelschicht der 1960er Jahre: Untreue, Geldgier und die brutale Zerstörung einer Familie. Bis heute bleibt er in St. Paul unvergessen – ein Mahnmal dafür, dass das größte Unheil oft aus dem engsten Kreis kommt. (ca. 505 Wörter)