Aaf eme Dienstigmorge, woni i de Sael vom Amtsgricht z Bad Chreizbach bin i trätte, het mis Änkelchind Marco de Blick abgwändet. Nöd churz, nöd zuefällig. Er het weggluegt und de Blick uf sini gfaltete Händ gsänkt, wie wär i en Frömde, wo me besser nöd i d Auge luegt. Sini Frau Serena hingäge het das bestimmt chnapp Lächle uf de Lippe gha, s Lächle von ere Frau, wo glaubt, si weiss de Usgang vo de Sach scho lang.

I ha mini alti Chortjacke trait, die won i au zur Wäärlese alägen, und de Leder-Ordner vo minere verstorbene Frau Clementine vor de Brust ghalte, wie wär er s Einzige, wo mich no mit de Wirklichkeit verbindet. Für aui i dem Ruum bin i gsi, was d Serena em Gricht i de letschte acht Wuche usmalt het. E verwirrte alte Ma, wo me d Kontrolle über sis eigene Läbe besser usez neh sött. De Awalt vo de Gäggesite het de Serena öppis zuegflüsteret.
Si het es biz breiter glächlet. De Richter, Dr. Sandner, het d Aktä ufgha und aagfange z läse, ooni mich au nur eis Mal azluege. Denn het er abgsetzt, het de Stift mitten i de Bewegig gstoekt.
"Wartet Sie", het er gseit, so lüüt, dass d Urkundsbeamtin het müesse nofroge. "Sind Sie Richter Wentland? " Jede im Saal het sich zu mir umdräit. Marcos Stirn het sich i Falte gleit.
Serenas Lächle isch gfrore. Sie händ acht Wuche demit verbrocht, em Gricht vorzfüere, dass i nümm i de Lag bi, mini eigene Aglägeheite z regle. Sie händ kei Ahnig gha, wer i würkli bi. No nöd.
Mi Name isch Burgard Wentland. I bi 67 und ha bis vor drei Mönet gärä glaubt, s Schlimmste, wo eme Ma i mim Alter chönn passiere, isch, sini Frau z überläbe. Das ha i scho hinder mir gha. D Clementine isch vor föif Jahr gstorbe.
Denn isch das Wäigut da a de Nahe, 23 Hektare Räbflechene, s Guetshuis, wo de Urgrossvater bout het, und de Chäller, wo i vier Generatione glägeret wird, de einzige Ort worde, wo mir gholfe het, mini Tääg z ordne. D Arbeit i de Räbzile, de Gschmack vom Most im Herbscht, d Stille, wo am Morge über de Häng lit, bevor de Rest vo de Wält ufwaacht. Wenn Sie en Vater oder en Grossvater sind und die Art vo Stille känned, bitte ich Sie, bevor Sie wiitermached, öppis z tue: Drucked de Daume ufe für d Clementine, will si isch de Grund, dass i hüt no da stah. Und wenn Sie dä Kanal no nöd känned, blibed e Wuche.
Schribed mer i de Kommentär, us wele Stadt Sie zuelueged. Es bedüütet mer meh, als Sie villicht ahned, Gsichter hinder dene Wörter z wüsse. I ha min Sohn Germar grosszoge. Er isch nöd für de Wii bout gsi.
Er het Jura welle, het i d Stadt welle, het e Karriere welle, wo nöd vom Wätter und vom Bode abhängig isch. I ha em das nie verüblet. E Sohn isch keis Ebenbild vo sim Vater. Germar het ghürote, het en junge Marco übercho.
Und für vili Jahr isch s Verhältnis zwüsched üs so gsi, wie s eben isch, wenn e Familie über Distanze zämehaltet. Telefonat an Fyrtäg, Bsuech zum Herbschtfest, de übliche geduldige Stolz. Denn, vor sächs Jahr, sind Germar und sini Frau bi eme Unglück uf de A61 ums Läbe cho. Marco isch denn 24 gsi.
Er isch e Wuche lang cho, während er versuecht het, Fuess z fasse. I ha ghulfe, so guet i chan. I ha für sini ersti Wohnig zahlt. I ha s letschte Jahr vo sim Studium finanziert.
I bin näbe ihm gstande, wo me sini Eltere begrabe het, und ha versuecht, de Ma z si, wo en junge Mönsch i so eme Moment bruucht. Won er mer vo de Serena verzellt het, scharf, ehrgizig, mit klare Vorstellige devo, wo si im Läbe wott, ha i mich für en gfröit. Das isch s Gfühl, wo me ha sött, wenn s eigene Änkelchind öpper findt. I ha nöd gnueg genau higluegt, was es chönnt koschte, näbe öpperem z stah, wo immer weiss, won si wott.
Es het aagfange, wie sonigi Sache aafanged, mit öppis so Chliinem, dass me s fast übersiet. D Serena isch öfter ufchtoucht, nach de Verlobig immer mit eme Grund. Si het Ufschnitt und Walnuss-Chueche vom Märt brocht. Si het gfragt, ob si mer chönn hälfe, d Ordner us em Clementine ieschribe z sortiere, jetzt, wo i, wie si s gnennt het, nöd jünger würd.
I ha mer nüd debi dänkt. Denn, an eme Dienstigmorge im März, ha i zwüsched de übliche Rächnige und em Magazin vom Wii-Buureverband en Iischriibebrief gfunde. Er isch vo ere Kanzlei z Mainz cho, wo i nöd kännt ha. Er isch an mich adressiert gsi, aber er het uf en Aatrag verwisse, wo scho bim zueständige Btröiigsgricht iigreicht worde isch.
Mini Händ händ zitteret bim Ufmache, nöd us Altersschwächi, sondern us dere bestimmte Chälti, wo en überchunnt, wenn me begriffen isch, dass öpper Figure uf eme Spielfäld verschobe het, vo dem me nöd gwüsst het, dass me druf stah. De Brief isch d förmlech Benachrichtigung gsi, dass min Änkelchind Marco Wentland bim Amtsgricht en Aatrag uf rechtlechi Btröiig vo miner Person sowie uf Verwaltig vo mim Vermöge gstellt het. Mit de Begründig, i seig wäge eme beginnende kognitive Abbau nümm i de Lag, mini Aglägeheite sälber z füere. I ha lang a de Zuefahrt zum Guet gstande, d Räbzile im Früeligswindliecht, und i ha dä Satz vier, föif, sächs Mal gläse, bis er sich gsetzt het.
Mi Änkelchind, de Bueb, won i s Pfropfe bybrocht ha, de Bueb, für de i unterschribe ha, de Bueb, näbe dem i am Grab vo sine Eltere gstande bi. Dä Bueb het Papiir iigreicht, wo mich für nöd zuechechigsfähig erkläret, ooni mir eis einzigs Wort gseit z ha. I ha s us eme Brief erfahre, wie wär i en Unbekannte, wo me e Chlag zuestellt. I dere Nacht ha i mit em Foto vo de Clementine am Chuchitisch gsässe und ha e Entscheidig troffe, wo die nächste drü Mönet vo mim Läbe bestimmt het.
I würde de Marco nöd aarüefe und froge, was das söll. I würd beobachte, zuelose und em zeige, wer er worde isch, bevor i eis einzigs Wort säge. Es het nöd lang duuret. Zwei Täg später sind de Marco und d Serena unagmäldet uf de Hof gfare, beidi mit dene sänft besorgte Mine, wo me üebt, bevor me vor öpperem sitzt, wo me inelege wott.
D Serena het s Gspröch gfüert. Si het gseit, si hetted bemerkt, dass i Sache vergässe, dass i letschte Wuche d Herdplatte brenne la ha, dass i de Marco am Telefon zweimal mit sim Vater verwechslet ha. Nüüt devo isch wahr gsi. I vergässe kei Herdplatte.
I ha de Marco nie mit em Germar verwechslet. Das isch e Verwechslig, wo i mer nöd leischte chan, will de Germar tot isch und i das jede Täg weiss. Aber i ha i mim eigene Wohnzimmer gsässe, langsam gnügt, und nochdänklig gfragt, ob si villicht rächt hetted, und ha Marcos Gsicht beobachtet, während sini Frau en Fall gäge mich ufbaut het. Er het nüüt gseit.
Er het ere nöd widersproche. Er het uf sini Händ gluegt und es gscheh la. I däm Moment isch öppis i mir erwachet, won i fast 30 Jahr nümm bruucht ha. De chüel, ruehig Teil vo mim Verstand, wo im Grichtssaal schaffet.
Denn do isch d Sach, wo keiner vo ihne gwüsst het: Bevor i Wiinzer worde bi, bevor d Clementine, bevor das Guet mis Läbe worde isch, bi i 29 Jahr Staatsawalt und denn Richter am Landgricht Koblenz gsi. I ha mich uf Betrugsdelikt zum Nachteil vo eltere Mönsch spezialisiert und uf genau die Art vo Btröiigsmissbruuch, wo gerad gäge mich betribe worde isch. I ha nöd nur Urteil gsproche, i ha Sachverständige-Gutachte usenandergnoh, gfälschti ärztlechi Attest i Tarn, Familienmitglider, wo sich als besorgti Chind usgäh händ, rächtschräftig verurteilt. De Marco het gwüsst, dass i früener öppis mit Rächt z tue gha ha.
Als Chind interessiert me sich nöd für d Berufsbiografii vom eigene Grossvater. Für ihn bi i de alt Ma uf em Wäigut gsi. Er het kei Ahnig gha, dass s Gsetz, wo er jetzt gäge mich iisetze wott, zu eme nöd chleine Teil vo mir sälber mitprägt worde isch. I de folgende Wuche ha i mini Rolle mit allem gspilt, won i ha.
I ha mini Händ liecht zittere la, wenn d Serena mer Formular zur Unterschrift vorleit, zur Sicherheit, wie si gseit het. I ha gelegentlich es Wort i eme Satz verlore, nume für en Moment, und ha beobachtet, wie ihri Auge jedes Mal ufglüchtet händ, wie wär si Gold gfunde. I ha sie es Sicherheitssystem ischtaliere la, Kameras und Bewegigsmelder, angebli, damit i mich im Huus nöd verletze. Innerhalb vo ungefähr vier Minute, während de Techniker no i de Chuchi gstande isch, ha i verstande, dass s System über e App direkt uf Serenas Handy abgspielt wird.
Das hätt mi erschrecke sölle. Stattdesse ha i no am gliiche Abe en alte Kolleg us miner Koblenzer Ziit aagrüeft. Götz Himmelbauer, pensionierte Hauptkommissar vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, Spezialist für Cyberkriminalität, wo hüt als freie Gutachter schaffet. I ha em gschilderet, was i gfunde ha.
I ha en um Hilf bitte. De Götz isch am Wucheänd cho, offiziell wäge ere Wii-Probe, und i weniger als eme Täg het er en Wäg gfunde, de Feed vom Serenas Überwachigssystem uf en verschlüsselte private Server umzleite, ooni dass si oder de Marco es je bemerkt händ. Vo dem Zitpunkt a isch jedes Gspröch i mim Huus zweifach ufzäichnet worde. Einisch für d Serena, einisch für mich.
I möcht, dass Sie en Moment demit verbringed. D Falle, wo sie bout händ, zum bewiise, dass i nümm klar dänke chan. Si isch i däm Moment zum Instrument worde, wo s genaue Gägeteil bewiise würd. Drü Wuche später, an eme Fritigobe, won i unde im Chäller nach em Rächte gluegt ha, het d Serena de Marco is Bett gschickt.
Si het sich an mis Chuchitisch gsetzt, an de Tisch, wo d Clementine und i 35 Jahr lang Fyrabig gmacht händ, und het de Plan i allne Einzelheite dargleit. Sobald d Btröiig agordnet seig, würd de Marco als Btröi-er vo mim Vermöge iigsetzt. Demit hetted si s Rächt, s Guet z verchaufe zum aktuelle Märtprys vo öppis über drü Million Euro. En Immobilie-Entwickler us Frankfurt, en Kontakt vo de Serena, heb scho Interässe bchundet.
S Gäld würd uf es Chonto fliesse, wo de Marco verwaltete. I chäm i es Pflegeheim im Hunsrück, ordentlich erschtwinglig, wyt gnueg ewäg. De Marco het mit ere Stimm gfragt, wo kaum no wie d Stimm vom Bueb klunge het, won i kännt ha. "Bisch du sicher, dass er würkli nümm klar isch?
Er wirkt doch meistens völlig normal. " D Serena het glachet. Es churzes, harts Gäruusch. "Er het s Formular für s Sicherheitssystem unterschribe, ooni s z läse, Marco.
Er nennt de Chällermeister mängisch bim falsche Name. Er isch genauso i Ordnig, wie mir en bruuched. " Denn het si de Satz gseit, won i sither öfter i mim Chopf abgspilt ha, als i zugeh will. "Dis Grossvater het über vierzg Jahr öppis ufbout, wo drü Million wärt isch, und sitzt det ine und redt mit sine Räbstöck.
Es wär e Schand, das nöd i geordneti Bahne z leite, bevor s öpperem vermacht wird oder er eifach stirbt. " I ha im Chäller vom mim Urgrossvater gsässe, de Chopf a s Gwölb glehnt, und ha de Götz sine verschlüsselte Feed durch de Ohrstecker ghärt und ha gspührt, wie sich öppis i miner Brust zu ere sehr chüele, sehr ruehige Stille zämezoge het. Kei Wuet, no nöd. Öppis Chälters als Wuet.
D Stille vom eme Ma, wo grad genau das übercho het, was er bruucht. D Btröiigsverhandlig isch für de folgende Monet bim Amtsgricht z Bad Chreizbach agsetzt gsi. I de Zwüscheziit ha i drü Sache sehr, sehr sorgfältig gmacht. Erschtens ha i e Awältin engagiert, nöd us Mainz, nöd us irgendere Stadt, wo d Serena chönnt recherchiere, sondern Rächtsawältin Dr.
Krüger us Hamburg, Spezialistin für d Abwehr vo Btröiigsanträg, wo i vor Jahre als Referendarin i eme Revisionsverfahre erläbt ha. Denn isch si e jungi Frau gsi, wo kei Angscht gha het, eme Richter z widerspräche. Hüt füert si ihri eigni Kanzlei und gältet als eini vo de beste uf däm Gebiet. Zweitens het de Götz alli Ufnahme zu ere saubere, chronologisch gordnete Beweisakte zämgstellt, mit Zitstempele, Transkripte, Metadate.
Dezu sind Unterlage cho, wo zeiget, dass d Serena de Frankfurter Entwickler scho Wuche vor jedere grichtliche Entscheidig kontaktiert het. Drittens, und das isch de Teil, wo mich au im Nochhinein no mit ere gwüsse stille Befriedigung erfüllt, ha i absolut nüüt a mim üssere Uftrette gägeüber em Marco und de Serena gänderet. I ha witer a de richtige Stell zitteret. I ha mer witer Ziit glah beim Sueche vo Wörter.
I ha sie i de Grichtssaal la go i de volle Überzügig, dass s Ergebnis vo dere Sach scho feststah. Und so chömed mer zrugg zu dem Dienstigmorge. De Richter Dr. Sandner het sibe Jahr lang als Referendar und junge Richter am Landgricht Koblenz gschaffet, während mini letschte Jahr uf de Bank.
Er het vo mir Urteil über Btröiigsmissbruuch abgschribe. Er het mir zuegloset, wenn i erklärt ha, wie me gfälschti ärztlechi Attest erkennt. Und usser mim Gsicht het sin Kugelschriber ufghört z schriibe. "Wartet Sie", het er gseit.
"Sind Sie Richter Wentland? " De Awalt vo de Gäggesite, Herr Rächtsawalt Diesel, het zwüsched em Richter und mir hin und her gluegt, und zum erste Mal, sit i en kännt ha, het er nöd vollständig sicher usgse. "Herr Vorsitzende, isch es es Problem? " "S Problem, Herr Kolleg", het de Sandner gseit und het sin Kugelschriber mit ere Langsamkeit abgleit, wo de ganzi Ruum het ifriere la.
"bestah a dem, dass de Ma, wo Sie i de letschte vierzg Minute als unfähig beschribe händ, es eischlägigs Rächtsdokument z verstah, s Btröiigsrächt, under dem dä Aatrag gstellt worde isch, us eigner richterlecher Erfahrig kennt wie kei Zweite i dämm Saal. " Er het gschwiige. Es isch lang gsi. I ha Marcos Gsicht beobachtet.
Es isch wiss worde, wie Chalchputz. Serenas Muul het sich uftoo, aber kei Wort isch usecho. I bi langsam ufstande, so wie i mich die vergangene Wuche immer ufstande ha, e Hand uf em Tisch mit sichtbarer Müeh. Dises Mal ha i mich nöd abglehnt.
I bi grad gstande, so wie i 30 Jahr lang hinter mim eigene Richtertisch gstande bin. "Es freut mich, Sie widerzsee, Herr Dr. Sandner", ha i gseit. "I glaub, mir händ einigi Beweismittel i s Verfahre iizfüere.
"
Was denn cho isch, het weniger as e Stund duuret, au wenn s sich agfüelt het, wie wär s über es ganze Läbe dehnt. Rächtsawältin Dr. Krüger het d Ufnahme i de Bewiis iigfüert, jede Satz, wo d Serena a mim Chuchitisch gseit het, de Hiwiis uf d drü Million Euro, de Kontakt zum Frankfurter Entwickler, de Satz über d Räbstöck. Si het d Unterlage über de Entwicklerkontakt iigfüert, datiert Wuche vor jedere ärztleche Beguetachtig.
Si het s unabhängige psychiatrische Gutachte iigfüert, won i still und lüüt z Heidelberg bi ere Fachklinik ha la afertige, ohni jedi Verbindig nach Bad Chreizbach. Vollständig gschäftsfähig, kognitivi Leistig dütlich über em Altersdurchschnitt. De Richter sini Miene händ sich mit jedem Blatt verhertet. De Herr Diesel het zweimal versuecht, wiiterzrede.
Zweimal isch er überstimmt worde, sini Stimm isch bi jedem wiitere Versuech es Stück lüüter worde. D Serena isch zerst kaputt gange. Si isch so ruckartig ufstande, dass de Stuehl über de Bode schabt het. Si het sich zum Marco gwandt, d Stimm i öppis Schrills und Ghettets kippend: "Du häsch mer gseit, er vergisst Sache.
Du häsch mer gseit, er nennt dich bim Name vom dim Vater. " De Marco het ere nöd antwortet. Er het mich agluegt mit eme Uusdruck, won i sit em Täg vo de Beerdigung vo sine Eltere nümm gseh ha. S Gsicht vom eme junge Ma, wo öpper suechet, wo em seit, was er jetzt sött tue.
D Serena het sich zum Richter dräit. "Herr Vorsitzende, mir händ doch nur sis Bescht welle. Mir mached üs sit Mönet Sorge. " "Und Sie händ sich Sorge gmacht", het de Dr.
Sandner si unterbroche, mit dere flache Unbarmherzigkeit, won i us 30 Jahr vo de Bank kännt ha, "um drü Million Euro Grundstückswärt. Ihri eigene Wort, ufzäichnet i de Chuchi vo däm Ma. "
I will nöd säge, dass i i däm Moment triumphiert ha. I ha vor allem e bestimmti Erschöpfung gspührt.
D Erschöpfung, wo ein überchunnt, wenn me öppis Schweres loslöt, wo me lang treit het, ooni s sich amärke z la. I ha de Marco agluegt. E Moment lang ha i zueglah, dass i en mit acht Jahr vor mir gseh ha, wie er zwüsched de Räbzile verschwunde isch und denn wider ufchtoucht isch und gfragt het, ob d Trübel eigentlich schlafet. Denn isch d Serena uf mich zue trätte.
Öppis i ihrem Gsicht isch gwechslet, vo Panik zu öppis Flehendem. Si het d Hand usgstreckt. "Burgard, bitte. Mini eigene Muetter sitzt im Pflegeheim.
I weiss, wie das usgseht, wenn e Familie öpper lah goht. I ha nume welle sichergo, dass du versorgt bisch. I schwöre s. " I ha ihri usgstreckti Hand e Wuche lang betrachtet.
I ha a d Kameras dänkt, wo sie i mim Huus ischtalliert het, a s Foto vo de Clementine uf em Chuchitisch, a d Ufnahm, wo sie lacht und seit, es wär e Schand, das nöd i geordneti Bahne z leite. I ha ihri Hand nöd gno. "Sie händ Kameras i mim Huus montiert, zum en Fall gäge mich z boue", ha i gseit, lüüt gnueg, dass de ganzi Saal sich vorbeugt het. D gliich Tonlag, wo i früener bruucht ha, wenn es Urteil kei Schrei bruucht het, zum lande.
"Sie beduured nöd, dass sie mir gschadet händ. Sie beduured, dass i chliger gsi bi, als sie eme alte Ma zue trait händ. " I ha mich umdräit und bi zrugg zu mim Platz gange. I ha sie nöd no einisch agluegt.
D Entscheidig vom Richter het kei zäh Minute duuret. De Btröiigsantrag isch zruggwise worde. De Sandner het d Aglägeheit a d Staatsawaltschaft verwisse, zur Prüefig vom eme Verfahre wäge versuechtem Betrug, und separat a d Rächtsawaltskammer bezüglich em Herr Diesel, wo s gfälschte ärztlechi Attest iigreicht het, nach eigenere Ussag ohni Kenntnis vo däm sinere Unechtheit. E Ussag, wo im Saal niemer glaubt het.
Innerhalb vo föif Mönet isch d Serena wäge versuechtem Betrug und Astiftig zur Urkundefälschig aagchlagt worde. Si het e Absprach agno, wo ere e Bewährigsstrof iibrocht het, dezue en Iitrag im Bundeszentralregister, e berufsrächtlichi Sanktion und d Erstattig vo mine Awalschostä. De Marco isch nöd strafrächtlich verfolgt worde. D Staatsawaltschaft isch zum Schluss cho, und i ehrlich gseit au, dass er mit treit worde isch vo öpperem, wo berechnender gsi isch als er, statt sälber de Architekt vom Ganze z si.
Aber öppis zwüsched üs isch a däm Täg im Grichtssaal zerbroche, wo sich nie ganz gheilt het. Er het mer im folgende Früelig en Brief gschribe, acht Site mit de Hand. I ha en öfter gläse, als i wohl sött zuegeh. Er het gfragt, ob es en Wäg zrugg git zu dem, was mir emal gha händ.
I ha em zrugg gschribe und gseit: "D Türe isch nöd abgschlosse, aber si tuet sich nöd vo sälber uf. Und Liebi ohni Ehrlichkeit i dere Familie isch öppis, won i nümm verschenke. Nöd emal a mis eigets Bluet. " D Serena und de Marco händ sich acht Mönet nach de Verhandlig schide la.
I möcht jetzt öppis säge, won i erst vollständig verstande ha, wo das alles vorbi gsi isch. Jahrlang ha i uf de andere Site vo Fäll genau wie däm gsässe. Söhn und Töchter und Änkelchind, wo Habgier als Fürsorg verkleidet händ, wo die ganz echte Angscht vor em Älterwärde für öppis bruucht händ, wo detunder glägen isch. Eifache Diebstahl a de eigene Familie.
I ha Urteil gsproche. I ha dänkt, i verstah de Schade vo usse. I ha en nöd verstande, bis min eigene Name uf em Aatrag gstande isch, bis mini eigeni Chuchi verwandt worde isch, bis mis eigene Änkelchind gschwiige het, während sini Frau mini Zuechechigsfähigkeit für drü Million Euro versteigeret het. Es isch öppis ganz Anderes, z wüsse, dass e Wunde existiert, und z spüre, wie si sich i de eigene Brust tuet ufmache.
E Teil vo de erstatete Awalschostä, zäme mit em Erlös us eme guete Herbscht, ha i i öppis gsteckt, won i s "Wentland-Beratigswärch" nenne. E Kooperation mit ere Rächtsberatigsstell z Bad Chreizbach und ere Verbruucherzentrale z Mainz, wo eltere Mönsch gratis juristische Bistand git, wenn gege si es Btröiigsverfahre i gleitet wird, wo si sich nöd erkläre chönned. Mönsch, wo kei 29 Jahr uf em Richterstuehl händ, vo dene sie chönned schöpfe. Mönsch, wo nöd wüssed, dass de Brief us de Awalskanzlei keis Endi isch, sondern en Afang, wenn me d richtige Schritt kennt.
I 16 Mönet het das chline Netzwerk elf Familie ghulfe, d Kontrolle über ihr eigenes Läbe z bh alte. Das meh als s Urteil, meh als Serenas Gsicht, wo d Ufnahme abgspilt worde sind, isch de Teil vo dere Gschicht, wo mich ruehig schlafe löt. D Räbe stönd guet i däm Jahr. Am Morge, wenn i die ersti Zile abgange, no bevor d Sunne über de Hang chunnt, lege i mängisch d Hand uf di alte Stöck, wo de Urgrossvater pflanzt het.
Bode, wo öpper i e Tabällechalkulazioon vom eme Frankfurter Entwickler hätt welle umrächne. De Marco rüeft gelegentlich a, vorsichtig, tastend, so wie me an en Zaun a trättet, vo dem me nöd weiss, ob er no under Strom stah. I nime ab. I weiss no nöd, wohin dä Wäg füert, aber i ha entschide, dass i parat bi, en langsam z goh, mit offene Auge dises Mal.
Denn das isch d eigentlech Lehr under allem, wo mir passiert isch. Liebed eui Familie mit ganzem Härz, aber nie meh mit zuegmachte Auge. Schützet d Mönsch, wo öich wichtig sind, und öich sälber im gliiche Atemzug.
Beides isch kei Widerspruch, und jede i de Familie, wo öich seit, dass es eine isch, isch scho uf halbem Wäg, öich z verrate.