Nach vier Jahren voller Hoffnung, Enttäuschungen und medizinischer Behandlungen durfte Victoria im St. Vincent’s Southside Hospital endlich ihren lang ersehnten Sohn Marshall in die Arme schließen. Ihre Geschichte ist ein bewegendes Beispiel dafür, wie Ausdauer und Hoffnung selbst die schwersten Zeiten überwinden können.
Alles begann im Jahr 2016, als Victoria und ihr Ehemann beschlossen, eine Familie zu gründen. Obwohl die Voraussetzungen zunächst gut erschienen, blieb eine Schwangerschaft aus. Es folgten drei Inseminationen, fünf IVF-Behandlungen und insgesamt sieben Embryotransfers mit fünfzehn Embryonen. Fast alle Versuche scheiterten. Einmal wurde Victoria schwanger, verlor ihre Tochter jedoch bereits in der neunten Schwangerschaftswoche. Als der siebte Embryotransfer bevorstand, waren beide emotional und körperlich erschöpft. Doch genau dieser letzte Versuch schenkte ihnen schließlich Marshall.
Von Beginn der Schwangerschaft an galt Victoria als Risikopatientin. Dennoch verspürte sie zum ersten Mal seit Jahren eine ungewöhnliche innere Ruhe. In der 14. Schwangerschaftswoche entschied sie sich zusätzlich für die Begleitung durch eine Doula, die ihr während der gesamten Schwangerschaft und später auch unter der Geburt wichtige Unterstützung bot.
Bei 37 Wochen und sechs Tagen platzte früh am Morgen die Fruchtblase. Obwohl zunächst keine Wehen einsetzten, fuhr Victoria ruhig ins Krankenhaus. Dort stellte sich jedoch schnell heraus, dass ihr Körper nicht von selbst in die Geburt startete. Die Ärzte leiteten die Wehen medikamentös ein, woraufhin sie eine schwere Präeklampsie entwickelte. Ihr Blutdruck stieg auf lebensgefährliche Werte, sodass eine Magnesiumtherapie notwendig wurde.
Die Behandlung stabilisierte ihren Zustand, brachte jedoch starke Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit und Kreislaufprobleme mit sich. Gemeinsam mit dem medizinischen Team und ihrer Doula passte Victoria ihren Geburtsplan an und entschied sich schließlich für eine Periduralanästhesie. Während ihr Mann sie emotional unterstützte, übernahm die Doula die Kommunikation ihrer Wünsche gegenüber dem Behandlungsteam.
Nach einer langen Nacht voller Komplikationen begann schließlich die eigentliche Geburt. Trotz vollständiger Muttermundöffnung fehlte Victoria nach mehreren Stunden Presswehen zunehmend die Kraft. Gemeinsam mit Dr. Marrow entschied sie sich deshalb für den Einsatz einer Saugglocke. Wenige Minuten später kam Marshall gesund zur Welt.
Als ihr Sohn direkt nach der Geburt auf ihre Brust gelegt wurde, schienen die vergangenen vier Jahre plötzlich vergessen. Alle Rückschläge, die unzähligen Behandlungen und die schwierige Geburt waren in diesem Moment bedeutungslos. Endlich hielt sie das Kind in den Armen, für das sie so lange gekämpft hatte.
Rückblickend beschreibt Victoria den gesamten Weg als die größte Herausforderung ihres Lebens. Die Jahre der Kinderwunschbehandlung hätten sie gelehrt, niemals aufzugeben und auch in schwierigen Situationen weiterzukämpfen. Trotz aller Komplikationen würde sie diesen Weg jederzeit noch einmal gehen, wenn am Ende wieder ihr Sohn auf sie warten würde.
Für ihre Doula und Geburtsfotografin blieb diese Geburt ebenfalls unvergesslich. Vier Jahre Hoffnung, Schmerz und Durchhaltevermögen fanden schließlich ihr glückliches Ende – in dem Moment, als Marshall zum ersten Mal die Augen öffnete und seine Eltern ihn endlich in den Armen halten konnten.


