Vier Jahre lang kämpften Victoria und ihr Ehemann um ihren größten Traum: ein eigenes Kind. Nach unzähligen Rückschlägen, medizinischen Behandlungen und einer schmerzhaften Fehlgeburt durfte das Paar Ende Oktober 2020 im St. Vincent’s Southside Hospital endlich seinen Sohn Marshall willkommen heißen. Die Geburt markierte das Ende eines langen Kapitels voller Hoffnung, Angst und Durchhaltevermögen.
Die Reise begann bereits 2016. Obwohl Victoria noch jung war und die Voraussetzungen zunächst günstig erschienen, blieb die erhoffte Schwangerschaft aus. Es folgten drei Inseminationen, fünf IVF-Behandlungen sowie sieben Embryotransfers mit insgesamt fünfzehn Embryonen. Fast alle Versuche scheiterten. Ein Transfer führte zwar zu einer Schwangerschaft, doch das Paar verlor seine Tochter bereits in der neunten Woche. Als der siebte Embryotransfer anstand, waren beide emotional und körperlich nahezu erschöpft. Ausgerechnet dieser letzte Versuch brachte schließlich den ersehnten Erfolg.
Obwohl die Schwangerschaft von Anfang an als Risikoschwangerschaft eingestuft wurde, verspürte Victoria zum ersten Mal seit Jahren Zuversicht. In der 14. S
chwangerschaftswoche entschied sie sich zusätzlich für die Begleitung durch eine Doula, die sie während der gesamten Schwangerschaft unterstützte und ihr Sicherheit gab.
Bei 37 Wochen und sechs Tagen platzte früh am Morgen die Fruchtblase. Im Krankenhaus zeigte sich jedoch schnell, dass die Geburt nicht von selbst voranschritt. Die Ärzte leiteten die Wehen medikamentös ein, woraufhin Victoria eine schwere Präeklampsie entwickelte. Ihr Blutdruck stieg auf lebensgefährliche Werte, sodass eine Magnesiumtherapie notwendig wurde. Die Behandlung stabilisierte ihren Zustand, verursachte jedoch starke Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit und Kreislaufprobleme. Gemeinsam mit ihrem Ärzteteam, ihrem Ehemann und ihrer Doula passte sie den Geburtsplan an und entschied sich schließlich für eine Periduralanästhesie.
Nach einer langen Nacht voller Komplikationen, schwankendem Blutdruck und Sauerstoffproblemen schritt die Geburt schließlich voran. Als die Pressphase begann, kämpfte Victoria trotz großer Erschöpfung mehrere Stunden lang um die Geburt ihres Sohnes. Nachdem ihre Kräfte immer mehr nachließen, besprach Dr. Marrow mit ihr die Möglichkeit einer Saugglockengeburt. Gemeinsam entschieden sie sich für diesen letzten Schritt.
Nur wenige Minuten später kam Marshall gesund zur Welt.
Als der kleine Junge direkt nach der Geburt auf Victorias Brust gelegt wurde, schien die Zeit für einen Moment stillzustehen. Alle Schmerzen, Ängste und Enttäuschungen der vergangenen vier Jahre verloren plötzlich ihre Bedeutung. Endlich hielt sie das Kind in den Armen, für das sie so lange gekämpft hatte.
Rückblickend beschreibt Victoria den gesamten Weg als die größte Herausforderung ihres Lebens. Die vielen Jahre der Kinderwunschbehandlung hätten sie gelehrt, Rückschläge zu akzeptieren und niemals aufzugeben. Gerade diese Erfahrungen hätten ihr geholfen, auch die schwierige Geburt zu bewältigen. Trotz aller Komplikationen würde sie denselben Weg jederzeit erneut gehen, wenn am Ende wieder ihr Sohn auf sie warten würde.
Auch für ihre Doula und Geburtsfotografin blieb dieser Tag unvergesslich. Sie durfte Victoria auf den letzten Kilometern eines vierjährigen Weges begleiten – bis zu jenem Augenblick, in dem Marshall endlich das Licht der Welt erblickte und der lange Traum seiner Eltern Wirklichkeit wurde.


