Romy Schneider: Alle kannten Sissi. Niemand kannte Rosemarie — was stand auf dem Grabstein?

Romy Schneider: Alle kannten Sissi. Niemand kannte Rosemarie — was stand auf dem Grabstein?

Am 2. Juni 1982 wurde ein Sarg über einen kleinen, fast unbekannten Dorfriedhof in Boysance Avoir, 50 Kilometer westlich von Paris, getragen. Nur wenige Trauergäste waren anwesend, darunter bekannte Namen wie Jean-Claude Briali und Michel Piccoli.

Doch der Name auf dem Grabstein war nicht der, den die Welt kannte. Es stand „Rosemarie Albach“ dort, ein Name, der für 30 Millionen Menschen unbekannt blieb.

Ein Jahr zuvor hatte Romy Schneider in einem letzten Interview mit dem Stern erklärt: „Sissi, ich bin doch längst nicht mehr.“ Hinter dem glamourösen Bild der ewigen Sissi verbarg sich eine Frau, die mit 43 Jahren bereits 61 Filme gedreht hatte, zwei gescheiterte Ehen hinter sich ließ und den Verlust ihres Sohnes betrauerte. Wer war Rosemarie Albach, bevor sie als Romy Schneider berühmt wurde?

Geboren am 23. September 1938 in Wien, war sie die Tochter einer Schauspielerfamilie. Ihre Eltern waren oft abwesend, und Rosemarie wuchs bei ihren Großeltern auf.

In einem Tagebucheintrag mit 14 Jahren äußerte sie den Wunsch, Schauspielerin zu werden – nicht aus Liebe zur Bühne, sondern aus Sehnsucht nach ihrer Mutter.

Die Sissi-Trilogie machte sie über Nacht zum Star, doch die Rolle war ein zweischneidiges Schwert. Während Deutschland in der Nachkriegszeit nach einer heilen Welt suchte, wurde Romy zur Projektionsfläche für diese Sehnsüchte. Ihre Entscheidung, das Sissi-Image abzulegen, führte zu einem dramatischen Wendepunkt in ihrer Karriere.

1958, als sie Alan Delon traf, begann ein neues Kapitel. Ihre Beziehung zu ihm war stürmisch und brachte sowohl Ruhm als auch Kontroversen mit sich. Die deutsche Presse reagierte empört, als Romy nach Paris zog und sich von ihrem bisherigen Leben abwandte.

In der französischen Filmwelt fand sie schließlich ihre Bestimmung und wurde zu einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen des Landes.

Doch das Glück war oft flüchtig. Ihre Ehen waren von Schwierigkeiten geprägt, und der Verlust ihres Sohnes David im Jahr 1981 stellte einen unermesslichen Schmerz dar. Nach seinem tragischen Tod entschied sich Romy, einen Film zu drehen, der ihre eigene Geschichte widerspiegelte.

Am 29. Mai 1982 wurde sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Neben ihr lag ein Aschenbecher voller Zigaretten und eine leere Weinflasche.

Ihr letzter Satz blieb unvollendet, und die offizielle Todesursache wurde als Herzversagen angegeben. Doch die Umstände ihres Todes werfen Fragen auf, die bis heute nicht beantwortet sind.

Romy Schneider, die Frau hinter dem Mythos, wollte am Ende nur Rosemarie sein. Ihr Grabstein trägt den Namen, den sie bei ihrer Geburt erhielt, und nicht den, der für Millionen von Menschen ein Synonym für Schönheit und Tragik war.

Wie wird die Geschichte von Rosemarie Albach und Romy Schneider in Zukunft weiter erzählt werden?