Hanna stand wie versteinert auf dem Parkplatz. Ihr weißer Audi, den sie erst am Abend zuvor dort abgestellt hatte, war verschwunden. Ihr Herz raste, als sie sofort Thomas anrief, ihre Stimme zitterte: „Schatz, mein Auto ist weg! Es wurde gestohlen, was soll ich tun?

“ Thomas blieb jedoch seltsam ruhig. „Kein Diebstahl. Ich habe es Sabine gegeben, damit sie es nutzen kann. “ Hanna glaubte, nicht richtig zu hören.
„Du hast mein Auto deiner Schwester gegeben? Das läuft auf meinen Namen, ich habe es abbezahlt, bevor wir geheiratet haben! “ Thomas wischte ihren Einwand beiseite: „Wir sind ein Ehepaar, es gibt kein Dein und Mein. Sie ist Familie.
Ich habe den Abschleppdienst schon bezahlt, nerv mich nicht weiter. “ Dann legte er auf. Hanna stand fassungslos da. Es ging nicht um das Auto; es war die Demütigung, völlig übergangen und als wertlos behandelt zu werden.
Sie fuhr zu ihren Schwiegereltern, doch die Schwiegermutter öffnete mit achselzuckender Selbstverständlichkeit: „Sei doch nicht so egoistisch, Sabine braucht es dringender als du. “ In diesem Moment wusste Hanna, dass sie keine Verbündeten in dieser Familie hatte. Ihre Würde und all ihre Rechte waren mit einem einzigen Anruf ausgelöscht worden. Aber sie war nicht bereit, das hinzunehmen.
Sie würde die Rechnung begleichen, für jede dieser Demütigungen, die sie im Namen der Familie erlitten hatte.


