Der blutige Priester: Hans Schmidt und die grausame Zerstückelung von Anna Aumüller

Der blutige Priester: Hans Schmidt und die grausame Zerstückelung von Anna Aumüller

**Der blutige Priester: Hans Schmidt und die grausame Zerstückelung von Anna Aumüller**

Im September 1913 erschütterte ein grausiger Fund die Region um New York und New Jersey. Am Ufer des Hudson River entdeckten Geschwister den Torso einer jungen Frau. In den folgenden Tagen tauchten weitere Körperteile auf – Arme, Beine, alles präzise zerlegt. Die Polizei stand vor einem Rätsel. Wer war die Tote? Und welches Monster hatte sie so bestialisch zugerichtet? Die Spur führte zu einem Mann, den niemand verdächtigt hätte: Hans Schmidt, ein katholischer Priester.

Hans Schmidt wurde 1881 in Aschaffenburg geboren. Schon als Kind zeigte er verstörende Neigungen. Er trug Priestergewänder, baute sich einen Altar und war fasziniert vom Schlachthof. Nach dem Priesterseminar in Mainz folgte ein Leben voller Skandale: Affären mit Frauen und Männern, Betrügereien und Versetzungen von Gemeinde zu Gemeinde. 1909 wanderte er in die USA aus. Dort arbeitete er in verschiedenen Kirchen – und lernte 1912 in der St. Bonifatius Kirche die 20-jährige österreichische Hausangestellte Anna Aumüller kennen.

The first and only priest to be sentenced to death in the United States,  Hans Schmidt (Left). And the woman he murdered and drank the blood of, Anna  Aumüller (Right). : r/interestingasfuck

Anna, aus einfachen Verhältnissen stammend, ließ sich auf eine heimliche Beziehung mit dem Priester ein. Schmidt täuschte ihr eine Ehe vor, zelebrierte eine falsche Zeremonie und schenkte ihr einen Ring. Als Anna im August 1913 schwanger wurde und eine Fehlgeburt erlitten hatte, sah Schmidt seine Existenz bedroht. In der Nacht vom 2. September 1913 schlitzte er der Schlafenden die Kehle auf, trank ihr Blut, vergewaltigte die Sterbende und zerstückelte die Leiche über Tage hinweg in der gemieteten Wohnung in der Bradhurst Avenue. Die Teile wickelte er in Kissenbezüge und warf sie in den Hudson River.

Detective Joseph Faurot folgte der Spur des Kissenbezugs zu einem Möbelhändler und schließlich zu Schmidts Wohnung. Blutspuren, eine blutige Säge und Briefe von Anna führten direkt zum Priester. Am 13. September 1913 gestand Schmidt die Tat kaltblütig: Er habe Anna geliebt, doch das Kind durfte nicht sein. Er gab zu, sie getötet zu haben, um sein Doppelleben als Priester zu schützen.

Der Prozess enthüllte Schmidts dunkle Seele. Er hatte gefälschte Urkunden verkauft, eine weitere Geliebte betrogen und war in dubiose Affären verwickelt. Die Verteidigung plädierte auf Unzurechnungsfähigkeit, doch die Geschworenen verurteilten ihn 1914 zum Tode. Nach Berufungen wurde Hans Schmidt am 18. Februar 1916 im Sing-Sing-Gefängnis auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Bis heute ist er der einzige katholische Priester in der US-Geschichte, der wegen Mordes hingerichtet wurde.

Der Fall warf ein grelles Licht auf das Versagen kirchlicher Aufsicht. Schmidt hatte trotz zahlreicher Vorfälle weiter als Seelsorger arbeiten dürfen. Zudem gab es Verdachtsmomente auf weitere Morde – darunter an einer anderen Frau und möglicherweise Kindern in Louisville, wo er zuvor tätig war. Anna Aumüller, die junge, vertrauensvolle Frau, die von einem Priester getäuscht und ermordet wurde, fand ihre letzte Ruhe auf Hart Island. Ihr Schicksal bleibt ein Mahnmal für Missbrauch und Heuchelei in der Kirche.

Die Blutspur des Hans Schmidt zeigt, wie ein Mann Gottes zum Teufel werden kann. Ein Fall, der 1913 die Öffentlichkeit schockierte und bis heute Fragen aufwirft. (ca. 505 Wörter)