My Mom Took My Newborn From My Arms In The Hospital. Then Demanded My Credit Card

My Mom Took My Newborn From My Arms In The Hospital. Then Demanded My Credit Card

Die Denver Polizei bestätigte am Dienstagabend die Festnahme zweier Frauen im Zusammenhang mit einem Vorfall in der Entbindungsstation des St. Joseph Hospital, bei dem eine frischgebackene Mutter um Hilfe schrie, nachdem ihre eigene Mutter ihr das Neugeborene entrissen und mit einem Kreditkartenbetrug in Verbindung gebracht hatte.

Die 31-jährige Meredith Ashford, die am vergangenen Donnerstag ihre Tochter Lily nach 22 Stunden Wehen zur Welt gebracht hatte, gab gegenüber den Ermittlern an, dass ihre Mutter Deborah, 58, und ihre Schwester Paige, 29, sie am frühen Nachmittag in ihrem Krankenzimmer aufgesucht hätten. Was als routinemäßiger Besuch begann, eskalierte innerhalb von Minuten zu einem Albtraum, der die Familie für immer spalten sollte.

Ashford, eine leitende Angestellte einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, beschrieb gegenüber der Polizei, wie ihre Schwester zunächst ein Darlehen in Höhe von 80.000 US-Dollar für eine geplante Verlobungs- und Geburtstagsparty forderte. Als Ashford sich weigerte, die Summe auf ihre Firmenkreditkarte zu buchen, habe sich die Situation dramatisch zugespitzt.

Die Spannungen in der Familie seien seit Jahren spürbar gewesen, erklärte Ashford in ihrer schriftlichen Aussage, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Sie habe als ältere Schwester stets die Rolle der Verantwortungsbewussten übernommen, während ihre jüngere Schwester Paige bevorzugt worden sei. Bereits als Teenager habe ihre Mutter ihr erspartes Geld für ein Auto für die Tanzkostüme der Schwester verwendet, ohne zu fragen.

Der Vorfall am Dienstag begann nach Angaben von Ashford harmlos. Ihre Mutter habe das Baby bewundert, bevor sie das Gespräch auf die Party lenkte. Paige habe dann unvermittelt die Kreditkarte gefordert und dabei auf ein Gespräch vom vergangenen Jahr Bezug genommen, in dem Ashford das Limit ihrer Firmenkarte erwähnt hatte.

Als Ashford erneut ablehnte, habe Paige nach ihrem Telefon gegriffen, um an persönliche Daten zu gelangen. Bei dem Gerangel sei Ashfords Infusionsschlauch aus der Vene gerissen worden, was zu Blutungen und starken Schmerzen führte. In diesem Moment habe ihre Mutter das Kind von ihrer Brust genommen.

Die Drohung, die folgte, sei so surreal gewesen, dass Ashford zunächst glaubte, sie halluziniere. Ihre Mutter habe das weinende Baby gehalten und gesagt: „Gib mir die Karte, oder ich schwöre, ich gehe mit ihr aus diesem Zimmer und du musst kämpfen, um sie zurückzubekommen.” Ashford beschrieb den Moment als den tiefsten Punkt ihres Lebens.

Die Rettung kam in Form ihres Ehemanns Grant, 34, der nur 20 Minuten zuvor das Auto umgeparkt hatte. Er habe den Schrei seiner Frau durch den Flur gehört und sei in den Raum gestürmt. Ohne ein Wort zu sagen, habe er sich zwischen seine Schwiegermutter und die Tür gestellt und mit ruhiger, aber unmissverständlicher Stimme die Rückgabe des Kindes gefordert.

Die sofort alarmierten Sicherheitskräfte des Krankenhauses trafen wenige Sekunden später ein. Ein Krankenpfleger hatte den Schrei gehört und den Notruf ausgelöst. Die beiden Frauen wurden des Zimmers verwiesen und erhielten ein Hausverbot für die gesamte Entbindungsstation.

Die Polizei wurde wegen des körperlichen Übergriffs und der Bedrohung hinzugezogen.

Die Ermittlungen förderten jedoch weit mehr zutage als einen Familienstreit. Detective Sophia Reyes von der Abteilung für Familienschutzdelikte bestätigte, dass bei einer Durchsuchung des Hauses der Mutter Unterlagen sichergestellt wurden, die auf einen versuchten Identitätsdiebstahl hindeuten.

Bereits neun Tage vor der Geburt von Lily, so die Ermittlungen, sei ein Kreditkartenantrag unter Ashfords Namen eingereicht worden. Die Beantragung sei über ein Online-Portal einer Einzelhandelskette gelaufen, die mit dem Veranstaltungsort zusammenarbeitet, den Paige für ihre Party gebucht hatte. Der Antrag sei wegen verdächtiger Aktivitäten abgelehnt worden.

Ashford zeigte sich am Mittwoch in einem Telefoninterview mit dieser Redaktion sichtlich erschüttert, aber gefasst. Sie habe geahnt, dass ihre Familie schwierig sei, aber nicht, dass sie zu solchen Taten fähig sei. Die Erkenntnis, dass der Plan bereits vor der Geburt ihrer Tochter in Gang gesetzt wurde, habe sie endgültig davon überzeugt, dass es keinen Weg zurück gebe.

Die Staatsanwaltschaft von Denver hat Anklage gegen beide Frauen erhoben. Paige wird Betrug in einem schweren Fall vorgeworfen, da sie den Kreditantrag nachweislich selbst ausgefüllt haben soll. Ihre Mutter Deborah muss sich wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung verantworten.

Die Anhörung zur Haftfrage ist für Freitag angesetzt.

Ashfords Anwältin Dana Whitfield, die auf Fälle finanzieller Ausbeutung innerhalb von Familien spezialisiert ist, erklärte, ihre Mandantin habe sich bewusst gegen eine härtere Bestrafung ausgesprochen. Es gehe nicht um Rache, sondern um den Schutz des Kindes und die eigene Heilung. Eine gerichtlich angeordnete Kontaktsperre sei jedoch beantragt worden.

Die junge Mutter beschrieb die vergangenen Tage als einen Zustand zwischen Erleichterung und tiefer Trauer. Sie habe ihre Mutter geliebt, trotz allem. Aber der Moment, in dem Lily aus ihren Armen genommen wurde, habe etwas in ihr endgültig zerbrochen.

Sie wisse jetzt, dass Liebe, die an Bedingungen geknüpft sei, keine Liebe sei.

Das Krankenhaus hat unterdessen interne Richtlinien überprüft und angekündigt, künftig strengere Besuchsregelungen für die Entbindungsstation einzuführen. Ein Sprecher betonte, die Sicherheit von Mutter und Kind habe oberste Priorität. Man bedauere, dass es zu diesem Vorfall kommen konnte.

Ashford und ihr Mann haben sich entschieden, vorerst bei Grants Eltern in Vermont zu bleiben. Die ruhige Umgebung tue ihr gut, sagte sie. Sie habe begonnen, eine Therapie zu machen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Ihre Tochter sei gesund und entwickle sich prächtig, was sie jeden Tag daran erinnere, wofür es sich zu kämpfen lohne.

Die Nachbarschaft im ruhigen Vorort von Aurora, wo Ashford mit ihrer Familie lebt, reagierte mit Unglauben auf die Nachricht. Man habe die Familie als freundlich und unauffällig gekannt, sagte ein Nachbar. Dass es hinter der Fassade so brodeln könnte, habe niemand geahnt.

Experten für Familienkonflikte sehen in dem Fall ein extremes Beispiel für ein verbreitetes Phänomen. Die Dynamik, in der ein Kind als Versorger und das andere als Empfänger funktioniert, sei häufig tief in der Familiengeschichte verwurzelt und schwer zu durchbrechen. Oft bedürfe es eines einschneidenden Ereignisses, um die Muster zu erkennen und zu beenden.

Ashford hofft, dass ihre Geschichte andere Betroffene ermutigt, Grenzen zu setzen, bevor es zu spät ist. Sie habe zu lange geschwiegen, zu lange entschuldigt. Der Preis dafür sei fast ihre Tochter gewesen.

Sie wolle nicht, dass andere diesen Preis zahlen müssten.

Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei prüft, ob es weitere betrügerische Handlungen im Zusammenhang mit der Familie gegeben hat. Zeugen, die Angaben zum Sachverhalt machen können, werden gebeten, sich bei der zuständigen Dienststelle zu melden.

Ashfords Anwältin kündigte an, dass ihre Mandantin in den kommenden Wochen eine ausführliche Stellungnahme abgeben werde. Sie wolle ihre Geschichte öffentlich erzählen, um auf das Thema finanzielle Ausbeutung innerhalb von Familien aufmerksam zu machen und anderen Betroffenen Mut zu machen.

Die junge Mutter selbst formulierte es am Ende des Gesprächs so: Sie habe gelernt, dass man manchmal gehen müsse, um zu überleben. Nicht aus Bitterkeit, sondern aus Selbstschutz. Ihre Tochter werde in einer Familie aufwachsen, in der Liebe nicht verhandelbar sei.

Das sei ihr Versprechen an das Kind, das sie beinahe verloren hätte.