Custers letzte Schlacht war BRUTALER als uns berichtet wurde!

Custers letzte Schlacht war BRUTALER als uns berichtet wurde!

Am 25. Juni 1876 ritt Lieutenant Colonel George Armstrong Custer mit 210 Soldaten seines 7. Kavallerieregiments in eine tödliche Falle. Kaum 30 Minuten später war keiner von ihnen mehr am Leben. Was folgte, war die systematische Zerstörung der Gefallenen: Die Leichen wurden entstellt, Skalps wurden genommen, Körper aufgeschlitzt und Gliedmaßen abgetrennt.

Was in jenen blutigen Minuten am Little Bighorn River wirklich geschah, wurde von der US-Regierung und den Geschichtsbüchern jahrzehntelang beschönigt. Die offizielle Version erschuf die Legende eines heldenhaften letzten Gefechts (Custer’s Last Stand). Die Realität war jedoch die bitterste und brutalste Niederlage der US-Armee in den Indianerkriegen – gefolgt von einer Welle der Vergeltung, die ein Volk für immer verstümmeln sollte.

Um die Tragödie am Little Bighorn zu verstehen, muss man acht Jahre zurückblicken. Im Jahr 1868 unterzeichnete die US-Regierung den Vertrag von Fort Laramie. Das Gebiet der Black Hills in South Dakota wurde den Lakota-Sioux für alle Zeiten als heiliges, unantastbares Land zugesichert.

Doch die Zusage hielt nur so lange wie die Unwissenheit über die Schätze der Region.

Im Jahr 1874 führte Custer selbst eine Expedition in die Black Hills und stieß auf reichhaltige Goldvorkommen. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Tausende weiße Goldsucher überschwemmten das Indianerterritorium. Statt die Eindringlinge zu vertreiben, forderte die Regierung in Washington die Lakota auf, ihre heiligen Berge zu verkaufen.

Als die Stämme sich weigerten, stellte das US-Kriegsministerium ein unfassbares Ultimatum: Alle Indigenen mussten sich bis zum 31. Januar 1876 in den zugewiesenen Reservaten melden – mitten im tiefsten nordamerikanischen Winter. Es war unmöglich, die Lager zu verlegen, ohne Frauen, Kinder und Alte dem Erfrierungstod auszuliefern. Die Lakota ignorierten die Aufforderung. Die Reaktion der Armee war die militärische Unterwerfung.

Im Frühjahr 1876 versammelte sich am Little Bighorn River in Montana eine beispiellose Koalition indigener Völker. Die Hunkpapa-Lakota unter der geistigen Führung von Sitting Bull, die Oglala unter dem Kriegshäuptling Crazy Horse, dazu Minneconjou, Sans Arc, Blackfoot-Lakota sowie verbündete Cheyenne und Arapaho schlugen gemeinsam ihre Tipis auf.

Zwischen 7.000 und 10.000 Menschen drängten sich im Tal – darunter 2.000 bis 3.000 kampfbereite Krieger. Es war das größte Bündnis indigener Völker, das die Great Plains je gesehen hatten.

Die Führung der US-Armee hatte keine Ahnung von der schieren Größe dieses Lagers. Man rechnete mit maximal 800 Kriegern. General Alfred Terry entwarf einen Zangenangriff, um die Indigenen einzukreisen und zur Schande der Kapitulation zu zwingen. Eine der Hauptkolonnen stand unter dem Kommando von Lieutenant Colonel George Armstrong Custer.

Custer war mit 36 Jahren eine schillernde, aber tief gespaltene Persönlichkeit. Im Sezessionskrieg war er mit nur 23 Jahren zum jüngsten Brevet-General der Union Army aufgestiegen. Er war ehrgeizig, rücksichtslos und besessen von der Wahnvorstellung eigener Unfehlbarkeit. Statt Uniform trug er bevorzugt maßgeschneiderte Wildlederbekleidung; sein goldblondes Haar trug er lang.

Custer war für seine Grausamkeit gegenüber der indigenen Bevölkerung bekannt. Am Washita River hatte er 1868 im Morgengrauen ein schlafendes Cheyenne-Dorf überfallen. Über 100 Menschen wurden niedergemetzelt – die meisten davon Frauen, Kinder und Alte. Die Presse feierte ihn dafür. Für den bevorstehenden Feldzug am Little Bighorn hatte Custer ein klares Ziel: Einen spektakulären Sieg, der ihm vielleicht sogar die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei einbringen könnte.

Als Custers Kundschafter am 22. Juni 1876 die riesigen Spuren des Lagers entdeckten, flehten sie ihn an, auf Verstärkung zu warten: „Das Lager ist zu groß. Es gibt zu viele Krieger.“ Custer schlug die Warnungen in den Wind.

Er teilte sein geschwächtes Regiment in drei Einheiten auf:

  • Captain Frederick Benteen sollte mit 125 Mann den Süden aufklären.

  • Major Marcus Reno erhielt mit 140 Mann den Befehl, das Lager von Süden her anzugreifen.

  • Custer selbst ritt mit 210 Soldaten nach Norden, um den Feind abzuschneiden und das Lager von der Flanke zu zerschmettern.

Gegen 15:00 Uhr am 25. Juni Eröffnete Major Reno den Angriff auf das südliche Ende des Dorfes. Seine Soldaten schossen wahllos auf Tipis und Zivilisten. Doch anders als am Washita brach diesmal keine Panik aus. Die Krieger waren vorbereitet.

Unter der Führung von Crazy Horse formierten sich Hunderte Reiter zu einem Gegenangriff. Renos Männer gerieten in Panik, flohen ungeordnet über den Fluss und gruben sich auf einem steilen Hügel ein. Über 30 US-Soldaten starben innerhalb von Minuten, Reno selbst erlitt einen Nervenzusammenbruch.

Währenddessen ritt Custer weiter nördlich an der Kammlinie entlang. Erst als er die Anhöhe erreichte und ins Tal blickte, erkannte er das Ausmaß seines Irrtums: Das Lager erstreckte sich über eine Länge von mehr als fünf Kilometern. Tausende Tipis überzogen den Talgrund, und Hunderte indianische Reiterscharen stürmten bereits die Hänge herauf.

Custer war völlig isoliert. Keine Verstärkung war in Sicht, die Rückzugslinien waren abgeschnitten.

Die eigentliche Schlacht um Custers Einheit dauerte schätzungsweise nicht länger als eine halbe Stunde. Custer befahl seinen Männern abzusitzen und die Pferde zu erschießen, um aus ihren Reitkörpern eine Behelfsdeckung zu bauen. Es war vergebens.

Die Krieger der Lakota und Cheyenne Umzingelten die Stellung im Sturmlauf. Sie nutzten die Topografie perfekt aus, schossen Deckungsfeuer aus Senken und deckten die Soldaten mit einem Hagel aus Pfeilen und Kugeln ein.

Archäologische Untersuchungen der Patronenhülsen aus den 1980er Jahren zeichnen das Bild eines schnellen, panischen Zusammenbruchs der militärischen Disziplin:

  • Die Standardbewaffnung der Kavallerie – Springfield-Karabiner – wies konstruktive Mängel auf. Bei der extremen Hitze und dem feinen Staub klemmten die Auszieher der Waffen regelmäßig.

  • Viele Soldaten versuchten, feststeckende Patronenhülsen mit Messerlingen aus den Läufen zu kratzen, während sie überrannt wurden.

  • Nahkämpfe wurden mit bloßen Händen, Gewehrkolben und Tomahawks ausgetragen.

Crazy Horse führte einen entscheidenden Flankenangriff durch, der Custers Linie gespalten hat. Der Kampf löste sich rasch in eine Jagd auf Einzelne auf. Custer selbst erlitt zwei tödliche Schusswunden – eine in die linke Brust, eine in die linke Schläfe. Ob die Kopfwunde von einem Lakota-Krieger stammte oder ob er sich in auswegloser Lage selbst erschoss, bleibt historisch ungeklärt.

Nach dem Verstummen der Gewehrschüsse betraten die Frauen und Ältesten des Lagers das Schlachtfeld. Sie hatten Söhne, Männer und Kinder verloren. Sie erinnerten sich an die Massaker von Sand Creek (1864) und Washita (1868), bei denen US-Soldaten indigenen Frauen die Säuglinge aus dem Leib geschnitten und Genitalien als Trophäen an ihre Hüte gesteckt hatten.

Nun folgte eine radikale rituelle Übernahme des Schlachtfelds:

Die Leichen der 210 Soldaten wurden systematisch entstellt. Für die Lakota und Cheyenne besaß dieses Handeln eine rituelle Dimension: Sie glaubten, dass der Geist eines Menschen in der jenseitigen Welt dieselben Verletzungen davontragen würde, die sein Körper im Moment des Todes erlitt. Einen Feind zu verstümmeln bedeutete, ihn auch im Jenseits kampfunfähig zu machen.

  • Den Toten wurden die Skalps abgezogen, Finger für Ringe abgetrennt und Genitalien verstümmelt.

  • Viele Körper wurden aufgeschlitzt, Augen ausgestochen und Gliedmaßen abgetrennt.

  • Manchen Leichen schnitt man die Sehnen durch oder steckte Pfeile in die leblosen Hülle.

Als die Entsatzungstruppen unter General Terry zwei Tage später das Feld erreichten, bot sich ihnen ein Bild des Schreckens. Erfahrene Offiziere erlitten Nervenzusammenbrüche; etliche übergaben sich beim Anblick der unkenntlich gemachten Leichen. Nur wenige Tote – darunter Custer selbst, dessen Körper weitgehend unversehrt geblieben war – konnten anhand von Tätowierungen oder Bekleidungsresten identifiziert werden.

Der Sieg am Little Bighorn war der größte militärische Erfolg der indigenen Völker Nordamerikas – und gleichzeitig der Anfang ihres endgültigen Untergangs.

Die US-Öffentlichkeit reagierte auf die Nachricht von der Vernichtung des 7. Kavallerieregiments mit Entsetzen und Rachegeschrei. Custer wurde umgehend zum Märtyrer stilisiert, während die Grausamkeiten seiner Feldzüge aus den Chroniken gestrichen wurden.

Die US-Regierung setzte in der Folge ungeheure Ressourcen frei:

  • Die Armee jagte die zersplitterten Stämme gnadenlos durch den Winter 1876/77.

  • Sitting Bull musste mit seinen Anhängern nach Kanada fliehen.

  • Crazy Horse ergab sich 1877 und wurde wenige Monate später in US-Gewahrsam durch einen Bajonettstich getötet.

Die Black Hills wurden von den USA völkerrechtswidrig annektiert. Binnen fünf Jahren war der indianische Widerstand auf den Great Plains gebrochen; die Überlebenden wurden in ausgedörrte Reservate gepfercht

Die Schlacht am Little Bighorn war kein romantisches Heldenepos, wie es Hollywood jahrzehntelang inszenierte. Es war die blutige Kulmination von Jahrzehnten gebrochener Verträge, gierigem Landraub und staatlich geduldetem Völkermord.

Custers Arroganz und sein Hunger nach Ruhm kosteten 210 seiner Männer das Leben. Die brutale Reaktion der siegreichen Lakota und Cheyenne war die Quittung für eine Politik, die ihnen keinen Raum zum Überleben gelassen hatte. Am Little Bighorn gab es keine Helden – sondern nur die blutigen Trümmer einer gescheiterten Eroberungspolitik.